WissBei: Der Wissenschaftliche Beirat, das unaufgeklärte QE-Instrument

Die Anzahl wissenschaftlicher Beiräte nimmt zu. Sie dienen der wissenschaftlichen Beratung wissenschaftlicher Einheiten durch externe Wissenschaftler.innen. Mit ihnen verbinden sich Erwartungen der Rationalisierung von Entscheidungsprozessen und der Qualitätssteigerung bei den beratenen Einheiten. Während jedoch zu praktisch allen Instrumenten der Qualitätsentwicklung in der Wissenschaft Untersuchungen vorliegen, stellen die Wissenschaftlichen Beiräte eine unaufgeklärte Blackbox dar.

Das vom BMBF geförderte Projekt analysiert, in welchem Maße Beiräte inhaltliche Entwicklungen beeinflussen und inwieweit solche Beeinflussungen ggf. positive Wirkungen entfalten, ob Beiräte eher latente Funktionen – etwa der Absicherung nach außen – wahrnehmen oder ob sie wirkungsneutral sind.

Mit einem Mixed-Method-Ansatz untersucht das Projekt neben dem Einfluss von Beiräten auf die Qualitätsentwicklung in der Wissenschaft auch handlungsrelevante Aspekte: Erfolgs- und Risikofaktoren, Best-, Good- und Worst-Practice-Beispiele, Kausalitäten und Korrelationen zwischen der Qualität von beratenen Einheiten und der Tätigkeit ihrer Beiräte, typische Gemeinsamkeiten in Zusammensetzung, struktureller Verankerung und Interaktionsmustern von Beiräten sowie kontrastierend diesbezüglich auffällige Unterschiede zwischen ihnen.

Neben empirischen Erhebungen zur Klärung der Frage, wie viele Wissenschaftliche Beiräte in der deutschen Hochschullandschaft bestehen, werden qualitative Befragungen durchgeführt, um Funktionen und Effekte von Beiratstätigkeit zu ermitteln. Zudem wird eine Modellrechnung zur Messung der direkten und indirekten Kosten von Wissenschaftlichen Beiräten (sowohl für deren Mitglieder als auch für die beratene Struktureinheit) erstellt, um diese mit den bisher empirisch nicht untermauerten Erwartungen gegenüber diesem QE-Instrument in Abgleich zu bringen.