Bildung und Wissenschaft in Wittenberg nach 1817

In den letzten beiden Jahrhunderten ist Wittenberg 177 Jahre lang eine Stadt ohne Universität gewesen: 1817 war die Universität Leucorea aufgehoben worden – administrativ vollzogen als Vereinigung mit der Universität zu Halle/Saale. 177 Jahre später, 1994, erfolgte die Gründung der Stiftung Leucorea, die sich in der historischen Kontinuität zur Universität sieht. Von Interesse ist daher, woran diese Wiederbelebung vor Ort anknüpfen konnte. Obgleich Wittenberg mit der Universität etwas für seine städtische Existenz und sein Selbstverständnis sehr Gewichtiges verloren hatte, entwickelte die Stadt alsbald aus sich heraus auch wieder Eigenes und schöpfte Kräfte aus anderen Quellen. Eine Wittenberger Besonderheit hierbei besteht darin, dass die Stadt seit dem Ende des 16. Jahrhunderts ihr städtisches Leben gleichermaßen als Erbeverwalterin der Reformation wie als ,ganz normale’ Stadt mit jeweils aktuellen und in die Zukunft gerichteten Interessen zu gestalten. Diese Doppelgleisigkeit prägte auch ihr 19. und das 20. Jahrhundert. Die derart gezogenen Spuren freizulegen, zu dokumentieren, zu systematisieren und damit dem öffentlichen Bewusstsein verfügbar zu machen ist Anliegen des Projekts.

Projekthomepage: http://www.hof.uni-halle.de/wb-nach-der-uni/

Zentrale Publikationen

Peer Pasternack / Axel Müller (2005): Wittenberg als Bildungsstandort. Eine exemplarische Untersuchung zur Wissensgesellschaft in geografischen Randlagen. Gutachten zum IBA-"Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010"-Prozess (HoF-Arbeitsbericht 7/2005), Institut für Hochschulforschung (HoF), Halle-Wittenberg, 156 S. mehr...

Jens Hüttmann / Peer Pasternack (Hrsg.) (2004): Wissensspuren. Bildung und Wissenschaft in Wittenberg nach 1945, Drei Kastanien Verlag, Wittenberg, 414 S. mehr...

Jens Hüttmann / Peer Pasternack (Hrsg.) (2003): Wittenberg nach der Universität. Eine historische Spurensicherung, Institut für Hochschulforschung (HoF), Halle-Wittenberg, 77 S. mehr...

Peer Pasternack (2002): 177 Jahre – Zwischen Universitätsschließung und Gründung der Stiftung Leucorea. Wissenschaft und Höhere Bildung in Wittenberg 1817 – 1994, Drei-Kastanien-Verlag, Wittenberg, 122 S. (Themata Leucoreana: Vorträge und Abhandlungen der Stiftung „Leucorea" an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) mehr...

Jens Hüttmann (Hrsg.) (2002): Wittenberg nach der Universität. Begleitheft zur Ausstellung, unter Mitarbeit von Stefanie Götze und Peer Pasternack, Wittenberg, 35 S. mehr...

Peer Pasternack (2001): Wissenschaft und Höhere Bildung in Wittenberg 1945 – 1994 (HoF-Arbeitsbericht 1/2001), Institut für Hochschulforschung (HoF), Halle-Wittenberg, 45 S. mehr...

Artikel (Auswahl)

Jens Hüttmann / Peer Pasternack: Zentrale Peripherie. Bildung und Wissenschaft in Wittenberg nach 1817, in: Peer Pasternack (Hg.): Wissensregion Sachsen-Anhalt. Hochschule, Bildung und Wissenschaft: Die Expertisen aus Wittenberg, Akademische Verlagsanstalt, Leipzig 2014, S. 187-191. Download

Jens Hüttmann / Peer Pasternack (2012): Zentrale Peripherie. Bildung und Wissenschaft in Wittenberg nach 1817, in: Peer Pasternack (Hrsg.), Hoch­schul- und Wissensgeschichte in zeithi­s­torischer Perspektive. 15 Jahre zeitgeschichtliche Forschung am Institut für Hochschulforschung Halle-Wittenberg (HoF), Institut für Hochschulforschung (HoF), Halle-Wittenberg,  S. 85-87. Download

Matthias Kopischke / Michael Beleites / Thorsten Moos / Peer Pasternack: Otto Kleinschmidt. Grenzgänger zwischen Naturwissenschaft und Religion. Begleitheft zur Ausstellung, Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt, Wittenberg 2007. Download

Antje Schober: Otto Kleinschmidt – Theologe, Naturwissenschaftler, Rassenkundler. Ma­gisterarbeit, Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig/Institut für Hochschulforschung (HoF), Leipzig/Wittenberg 2005. Download