NetKoop: Netzwerke zur Hochschulentwicklung: Governancemodelle und soziale Praxis interdisziplinärer Kooperation

Lehrbezogene Qualitätsentwicklungsaktivitäten finden zunehmend in Hochschulverbünden statt. Das grundlegende inhaltliche Motiv dafür ist, dass Qualitätsentwicklung von Zusammenarbeit und Austausch profitiert: Lösungen für vergleichbare Probleme müssen nicht an jeder Einrichtung neu entwickelt, vielmehr können Erfahrungen wechselseitig genutzt werden. Daneben gibt es aber auch Probleme, die mit der Arbeit in Verbünden einhergehen, wie etwa eine rein instrumen­telle Motivation für die Kooperation, an die sich Verantwortungsdelegation und geringes Committment für die Verbundziele als konkrete Durchführungsproble­me anschließen.

Im Rahmen des Projekts, das vom BMBF in der Förderlinie „Qua­litätsentwicklungen in der Wissenschaft“ bewilligt wurde, werden die Gelingensbedingungen für die Kooperation in Verbünden aufgeklärt und diese für zu­künftige Kooperationsvorhaben zur Verfügung gestellt. Das Projekt wird gemeinsam von der Professur für Hochschulforschung und Professionalisierung der akademischen Lehre an der Fakultät für Humanwissenschaften der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (Prof. Philipp Pohlenz), der Universität Hamburg (Prof. Marianne Merkt) und HoF realisiert.

english abstract
Teaching-related quality development activities are increasingly taking place in university networks. The fundamental motive for this is that quality development benefits from cooperation and exchange: Solutions to comparable problems do not have to be developed anew at each institution; rather, experiences can be used reciprocally. However, there are also problems associated with working in networks, such as a purely instrumental motivation for cooperation, which is followed by delegation of responsibility and low commitment to the network goals as concrete implementation problems. Within the framework of the project, which was approved by the BMBF in the funding line “Quality developments in science”, the conditions for success for cooperation in consortia will be clarified and made available for future cooperation projects. The project is being carried out jointly by the Chair of Higher Education Research and Professionalisation of Academic Teaching at the Faculty of Human Sciences at Otto von Guericke University Magdeburg (Prof. Philipp Pohlenz), the University of Hamburg (Prof. Marianne Merkt) and HoF.

Workshop: Studium und Lehre in hochschulübergreifenden Verbünden und Netzwerken

Die Organisation in Verbünden und Netzwerken spielt bei der Qualitätsentwicklung von Studium und Lehre sowie die Weiterentwicklung von Hoc schulbildung eine zunehmende Rolle. Vor allem entsprechende BMBF-Förderprogramme reizen diese Entwicklung an. Die zugrundeliegende Annahme ist, dass Expertisen und Ressourcen in Netzwerken und Verbünden gebündelt werden können, was der Effektivität und Effizienz zugute komme. Neben gewinnbringenden Aspekten beschreiben Praktiker.innen die Verbundarbeit auch als sehr herausfordernd. Eine langfristige Etablierung wird häufig dadurch erschwert, dass Verbünde und Netzwerke mit dem Ende des Förderzeitraums wieder eingestellt werden.

Mit dieser spezifischen Organisationsform hochschulübergreifender Zusammenarbeit beschäftigten sich über 30 Praktiker.innen und Interessierte, die am 14. Juli 2023 an einem Workshop des BMBF-geförderten Projekts „Netzwerke zur Hochschulentwicklung: Governancemodelle und soziale Praxis interdisziplinärer Kooperation“ (NetKoop) teilnahmen. Passend zum Thema wird das Projekt in einem Verbund (der Universitäten Magdeburg und Hamburg sowie HoF) realisiert. Die Ergebnisse der drei Teilprojekte wurden im ersten Teil des Workshops präsentiert und im Plenum diskutiert. Einleitend sondierte Britta Behm (HoF) den Forschungsstand, ging auf zentrale Begriffe und Ordnungskategorien des Untersuchungsfeldes ein und skizzierte Ergebnisse aus einer „Vermessung der Verbundlandschaft“ sowie Herausforderungen von „Kommunikation in Verbünden“. Johnny Hartmann (Universität Magdeburg) stellte 26 Ergebnisse eines „Bundesweiten Surveys zu den Gelingensbedingungen von Verbünden“ vor. Er betonte unter anderem die Bedeutung der Identifikation der Verbundmitglieder mit dem Verbund. Johanna Ruge (Universität Hamburg) präsentierte Ergebnisse, die besonders auf die Bedeutung von Communities of Practice für eine gelingende Verbundarbeit hinwiesen. Verbünde wurden dabei analytisch als doppelte – formale wie soziale – Struktur beschrieben. Ein zweiter Teil widmete sich im World-Café-Format der Frage, wie die Ergebnisse unter Einbeziehung des Erfahrungswissens der Praktiker.innen weitergedacht werden können. Hierzu wurden drei Fragen in rotierenden Kleingruppen diskutiert: Welche Rahmenbedingungen sind förderlich bzw. hinderlich für die Zusammenarbeit im Verbund? Was sind Gelingensbedingungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit und welche Herausforderungen stellen sich in der Verbund- und Netzwerkarbeit? Lassen sich Strategien für gelingende Verbund- oder Netzwerkarbeit identifizieren? Im Anschluss an den Workshop begab sich NetKoop in seine finale Phase.

Buchpublikationen und Forschungsberichte

Marianne Merkt / Peer Pasternack / Philipp Pohlenz (Hg.): Verbünde deutscher Hochschulen zur Lehrentwicklung. Analyse der Rahmenbedingungen und Gelingensfaktoren, Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2024, 183 + XXXVIII S. ISBN 978-3-339-13856-9 mehr...

Veranstaltungen

Einladung zum NetKoop Transferworkshop „Studium und Lehre in hochschulübergreifenden Verbünden und Netzwerken weiterentwickeln“

am 14. Juli 2023
Ort: online via Zoom
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