Heterogenität als Qualitätsherausforderung: Hochschulbildung im demografischen Wandel

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Im “Bund-Länder-Programm für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre” wurden elf Personalstellen mit Laufzeit bis 2016 eingeworben, darunter für Wittenberg eine Transferstelle “Qualität der Lehre” mit drei Personalstellen. Im Rahmen eines Verbundantrages der sachsen-anhaltischen Hochschulen waren HoF und das Wissenschaftszentrum Sachsen-Anhalt (WZW) Mitantragsteller. Die Transferstelle “Qualität der Lehre” nahm, unterstützt von HoF, zum 1. Mai 2012 ihre Arbeit auf. Organisatorisch war die Transferstelle zunächst dem WZW zugeordnet. Seit 01. Februar 2014 ist sie am HoF angesiedelt.

BMBF_logo2Das Gesamtprojekt wird gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Programm “Qualitätspakt Lehre – Einsatz für optimale Studienbedingungen” unter dem Förderkennzeichen 01PL12067B.

Ausgangspunkt des Gesamtprojekts sind die Veränderungen, die für die sachsen-anhaltischen Hochschulen auf Grund des demografischen Wandels zu erwarten sind. Im Mittelpunkt steht dabei die prognostizierte Heterogenität der Studierenden, der Zugangswege zur Hochschule und der Anforderungen in der Berufswelt. Inhaltliches Ziel des Verbundprojekts ist es daher, Wege zu erschließen, um produktive Antworten auf diese Diversitätssteigerungen zu finden. Das betrifft ebenso die unmittelbare Interaktion in Lehr-Lern-Prozessen wie die Gestaltung der Rahmenbedingungen, organisatorischer Kontexte und technischer Lösungen.

Verbundnetzwerk HET LSA

Karte_HET_LSAEines der geförderten Projekte ist der Verbund sachsen-anhaltischer Hochschulen HET LSA (“Heterogenität als Qualitätsherausforderung für Studium und Lehre: Kompetenz- und Wissensmanagement für Hochschulbildung im demografischen Wandel“).

Handlungsprogramm und Projektstruktur

Es wird ein Handlungsprogramm mit den beiden Handlungslinien „Qualifizierung der Lehrenden“ sowie „Sicherung von Anschlussfähigkeit und Studienerfolg“ realisiert. Im Rahmen der Vernetzung wird zudem eine neue Form des Wissensmanagements im sachsen-anhaltischen Hochschulsystem umgesetzt. Sie besteht aus drei Elementen:

  • der Transferstelle am HoF, die für Stetigkeit und Verbindlichkeit innerhalb der Vernetzung sorgt, lösungsbedürftige Probleme identifiziert und vorhandene Wissensbestände für Problemlösungen zusammenführt;
  • Kompetenzstützpunkten an den Hochschulen, die Stärken und Erfahrungen mobilisieren, die an den einzelnen Hochschulen jeweils vorhanden sind und diese in den überlokalen Vernetzungszusammenhang einspeisen;
  • landesweiten Kompetenzzirkeln, die dem Austausch fachbezogener und fächerübergreifender hochschuldidaktischer Expertise sowie der Identifizierung und Verbreitung von Best-Practice-Beispielen in der Lehre dienen.

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Aufgaben der Transferstelle "Qualität der Lehre"

Die Transferstelle nimmt einerseits die Aufgaben wahr, die zur Bearbeitung der dargestellten Problemsituation und des skizzierten Handlungsprogramms in einer überlokalen Struktureinbettung besser zu realisieren sind als in ausschließlich ortsgebundenen Strukturen. Andererseits verknüpft sie die Aktivitäten an den Einzelhochschulen mit dieser überlokalen Aufgabenwahrnehmung. Während also die Kompetenzstützpunkte an den Hochschulen den Kooperationsgedanken vor Ort repräsentieren und realisieren, sichert die Transferstelle die Kooperation überörtlich ab.

Die Transferstelle übernimmt dabei das Wissensmanagement und in Abstimmung mit der Professur an der Universität Magdeburg (fachliche Leitung) Aufgaben die Programmkoordination. Sie führt die Kompetenzstützpunkte an den einzelnen Hochschulen zusammen, verbindet bestehende implizite Netzwerke miteinander, ermittelt lokale und hochschulübergreifende Bedarfe, führt die entsprechenden Angebote zur Weiterbildung und Mentoring durch. Das Wissensmanagement wird konzentriert auf die Verknüpfung hochschulinterner Wissensbestände mit überlokal vorhandenem Wissen, den entsprechenden Aufbau einer Kommunikationsplattform sowie die Erstellung einer Kompetenzmatrix des Landes.

HAPPY DIVERSITY - Das Studierendenquartett

HAPPY DIVERSITY ist ein Quartettkartenspiel. Es zeigt Studierende der Hochschulen in Sachsen-Anhalt und nimmt mit seinem Namen Bezug auf klassische Kartenspielnamen, wie happy families in Großbritannien oder Jeu de familles in Frankreich. Das Spiel besteht aus 8 Quartetten beziehungsweise 32 Spielkarten.

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Enwurf: Birte Merle Jürgens

Im Rahmen des Verbundprojektes „HET LSA“ (Heterogenität als Qualitätsherausforderung für Studium und Lehre: Kompetenz- und Wissensmanagement für Hochschulbildung im demografischen Wandel) griff die Transferstelle am Institut für Hochschulforschung an der Martin-Luther-Universität (HoF) die Kartenspielidee auf, um Heterogenität einmal sichtbar zu gestalten. Die Fotografin Yvonne Most, Richard Bohn (Student der Medien- und Kommunikationswissenschaften an der MLU in Halle) und Studierende der Hochschulen in Sachsen-Anhalt, die dem Quartettkartenspiel ihr Gesicht gaben, komplettierten das Team.

Die Idee von HAPPY DIVERSITY ist es, Heterogenität von Studierenden an Hochschulen in Sachsen-Anhalt mit Hilfe von jeweils vier Gesichtern aus acht verschiedenen Studienfachrichtungen abzubilden. Der Kerngedanke liegt im Auflockern von Stereotypisierungen und Vorurteilen, die sich aufgrund sozialer Komplexität zu  Umgangsstrategien etabliert haben. Das Spiel versucht, diese wirklichkeitsverengende Wahrnehmung über die Bildung von Quartett-Familien spielerisch zu erweitern und Vielfalt erkennbar zu gestalten.

Zurzeit laufen die Abschlussarbeiten auf Hochdruck und schon bald wird dieses ganz besondere Kartenspiel fertig sein. Erste Eindrücke und Impressionen finden Sie unter folgendem Link https://www.facebook.com/happydiversity?fref=ts

 

Zentrale Publikationen

Verbundprojekt Heterogenität als Qualitätsherausforderung für Studium und Lehre (Hrsg.), 2017: Damit das Studium für alle passt. Konzepte und Beispiele guter Praxis aus Studium und Lehre in Sachsen-Anhalt. 149 S. ISBN 978-3-937573-57-1 mehr...

Verbundprojekt Heterogenität als Qualitätsherausforderung für Studium und Lehre (Hrsg.), 2015: Damit das Studium für alle passt. Konzepte und Beispiele guter Praxis aus Studium und Lehre in Sachsen-Anhalt, Magdeburg 2015, 144 S. mehr...

Peggy Trautwein: Lehrpersonal und Lehrqualität. Personalstruktur und Weiterbildungschancen an den Hochschulen Sachsen‐Anhalts (HoF‐Arbeitsbericht 3’2015), unter Mitarbeit von Thomas Berg, Sabine Gabriel, Peer Pasternack, Annika Rathmann und Claudia Wendt, Institut für Hochschulforschung (HoF) an der Martin‐Luther‐Universität. Halle‐Wittenberg 2015, 44 S. ISSN 1436‐3550. mehr...

Peggy Trautwein: Heterogenität als Qualitätsherausforderung für Studium und Lehre. Ergebnisse der Studierendenbefragung 2013 an den Hochschulen Sachsen‐Anhalts (HoF‐Arbeitsbericht 1’2015), unter Mitarbeit von Jens Gillessen, Christoph Schubert, Peer Pasternack und Sebastian Bonk, Institut für Hochschulforschung (HoF) an der Martin‐Luther‐Universität. Halle‐Wittenberg 2015, 116 S. ISSN 1436‐3550. mehr...

Susen Seidel / Franziska Wielepp (Hrsg.) (2014): Diverses. Heterogenität an der Hochschule (= die hochschule 2/2014), Institut für Hochschulforschung (HoF), Halle-Wittenberg, € 17,50 mehr...

Weitere Publikationen, Dokumente

Susen Seidel (2015): Wenn Vielfalt Chance sein soll. Der produktive Umgang mit den Kompetenzen beruflich qualifizierter Studierender in Lehre und Studium, in: Anke Hanft / Olaf Zawacki-Richter / Willi B. Gierke (Hg.), Herausforderung Heterogenität beim Übergang in die Hochschule, Münster / New York, S. 69-79. Download (Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. © Waxmann Verlag 2015), URL: www.waxmann.com/buch3100

Susen Seidel / Franziska Wielepp (2014): Heterogenität im Hochschulalltag, in: Susen Seidel / Franziska Wielepp (Hg.), Diverses. Heterogenität an der Hochschule (=die hochschule 2/2014), Institut für Hochschulforschung (HoF), Halle Wittenberg 2014, S. 156-171. Download

Susen Seidel (2014): Defizitär oder produktiv. Die Heterogenität der Studierenden, in: Susen Seidel / Franziska Wielepp (Hg.), Diverses. Heterogenität an der Hochschule (=die hochschule 2/2014), Institut für Hochschulforschung (HoF), Halle Wittenberg 2014, S. 6-21. Download

Thomas Berg (2014): Duale Studienformen in Deutschland. Ein Angebot im Umgang mit studentischer Heterogenität?, in: Susen Seidel / Franziska Wielepp (Hg.), Diverses. Heterogenität an der Hochschule (=die hochschule 2/2014), Institut für Hochschulforschung (HoF), Halle Wittenberg 2014, S. 88-103. Download

Susen Seidel / Franziska Wielepp: Mit Vielfalt rechnen. Der Umgang mit studentischer Heterogenität in MINT-Studiengängen, in: Peer Pasternack (Hg.): Wissensregion Sachsen-Anhalt. Hochschule, Bildung und Wissenschaft: Die Expertisen aus Wittenberg, Akademische Verlagsanstalt, Leipzig 2014, S. 105-110. Download

Franziska Wielepp (2013): Heterogenität. Herausfor­­derung der Hochschulbildung im de­mo­­gra­fischen Wandel, in: Peer Pasternack (Hg.), Jenseits der Metropolen. Hochschulen in demografisch herausgeforderten Regionen, Aka­­demische Verlagsanstalt, Leipzig, S. 363-387. Download

Franziska Wielepp (2013): Studentische Heterogenität. Unterschiede zwischen Studierenden: verstehen, einordnen, beziehen,Wissenschaftszentrum Sachsen-Anhalt Wittenberg, Wittenberg. Download

Franziska Wielepp (2013): Studentische Heterogenität. Unterschiede zwischen Studierenden:
verstehen, einordnen, beziehen. Fächergruppe Ingenieurwissenschaften, Wissenschaftszentrum
Sachsen-Anhalt, Wittenberg 2013. Download

Andrea Hoffkamp/Ulrich Kortenkamp/Susen Seidel (2013): Vorschläge zur didaktisch-methodischen Ausgestaltung von mathematischen Brückenkursen, Wissenschaftszentrum Sachsen-Anhalt, Wittenberg. Download

Susen Seidel/ Franziska Wielepp (2013): Mit Vielfalt rechnen. Der Umgang mit studentischer Heterogenität in mathematischen Brückenkursen, in: Peer Pasternack / Isabell Maue (Hg.), Lebensqualität entwickeln in schrumpfenden Regionen. Die Demographie-Expertisen der Wissenschaft in Sachsen-Anhalt (Schriftenreihe des WZW 11), WZW Wissenschaftszentrum Sachsen-Anhalt, Wittenberg, S. 103-105. Download