Stadtentwicklung nach einem Jubiläum. Bildungsentwicklungen in Plattenbausiedlungen

Plattenbausiedlungen sind im Osten Deutschlands prägende Elemente der Stadtlandschaften, in den westlichen Bundesländern deren gelegentliche Ergänzungen. Funktional und sozial sind in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten die ostdeutschen Plattenbausiedlungen den westdeutschen sehr ähnlich geworden: Die verbliebenen Einwohner der Erstbezugsgenerationen einschließlich ihrer ersten Nach­wuchs­kohorten haben eine hohe Identifikation mit ihrer jeweiligen Siedlung; Nach­ziehende sind vor allem dadurch gekennzeichnet, aufgrund ihrer Lebenssituation we­nig Wahlmöglichkeiten hinsichtlich der Wohnlage zu haben. Die ostdeutschen Siedlungen sind daneben davon geprägt, bis 1989 Orte der geplanten Expansion und seit 1990 Orte der ungeplanten Schrumpfung zu sein. Einer dieser Orte ist durch den Umstand ausgezeichnet, die einzige Stadtneugründung der DDR gewesen zu sein: das in Sachsen-Anhalt gelegene Halle-Neustadt, 1990 nach Halle (Saa­le) eingemeindet. Dessen Gründung hatte sich 2014 zum 50. Male gejährt, was eine deutliche Aufmerksamkeitssteigerung mit sich brachte. Das Jubiläum jährt sich 2019 zum fünften Mal. Aus diesem Anlass wird danach gefragt, ob und welche Entwicklungen sich aus der erhöhte Aufmerksamkeit für den Problemstadtteil ergeben haben, und dies in Vergleich zu anderen ostdeutschen Plattenbausiedlun­gen gesetzt. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen dabei die bil­dungsbezogenen Entwicklungen, der Annahme folgend, dass wesentlich sie über Zukunftsgewinn oder dauerhafte Peripherisierung der Siedlungen entscheiden.