Paralleluniversen des Wissenschaftsmanagements: Ein Vergleich zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen

Forschungsqualität sowie das Ermöglichen dieser kann dreidimensional begriffen werden: (a) Fragestellungen und Methoden der Erkenntnisproduktionen, (b) apparative, infrastrukturelle und sonstige ressourcenspezifische Ausstattungen und (c) die Gestaltung der organisatorischen Kontexte. Letztere wir­­ken für die Ge­staltung von Forschungspro­zes­sen ent­we­der förder­lich oder hinderlich. Damit nehmen sie ebenfalls Ein­fluss auf die Forschungsqualität. Um die organisatorischen Kontexte so zu gestalten, dass sie die Forschungsqualität positiv(er) beeinflussen, wurden in den letzten zwei Jahrzehnten an Forschungseinrichtungen spezialisierte Strukturen und Rollenträger.innen geschaffen: das Wissenschaftsmanagement (WiMa) und somit Wissenschaftsmanager.innen. Der vorliegende Report rückt einen empirisch gestützten Ver­gleich des Wissenschaftsmanagements zwischen Hochschulen und außeruniversitärem Forschungssektor in den Mittelpunkt. Er beschreibt die wissenschaftspolitischen Kontextbedingungen für Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen (auFE) und den Einfluss dieser Bedingungen auf die Gestaltung der organisatorischen Kontexte von Forschung respektive auf das Wissenschaftsmanagement. Gestützt auf eine hieraus abgeleitete Definition, wird das Wissenschaftsmanagement an Hochschulen und auFE über die Ver­schränkung mehrerer Datenquellen, einschließlich eigener Erhebungen, quantitativ vermes­sen. Die Auswer­tung der empirischen Befunde führt zu Implikationen für insbesondere qualitative Fragen nach Wirkungen und Leistungen des forschungsbezogenen Wissenschaftsmanagements.

Research Quality as well as enabling it can be understood three-dimensional: (a) questions and methods of knowledge production, (b) equipment, infrastructure and other resources, and (c) the design of organizational contexts. The latter have an effect on the design of research processes that is either conducive or obstructive. Thus, they also influence the quality of research. In order to shape the organizational contexts in such a way that they positively influence research quality, specialized structures and role bearers have been created at research institutions over the last two decades: science management and thus science managers. This report focuses on an empirically supported comparison of science management between universities and the non-university research sector. It describes the science policy contextual conditions for universities and non-university research institutions (NRI) and their influence on the design of the organizational contexts of research and science management. Based on a definition derived from this, science management at universities and NRI is measured quantitatively via the combination of several data sources, including own surveys. The analysis of the empirical findings leads to implications for especially qualitative questions about the effects and performance of research-related science management.

Zitation

Sebastian Schneider / Sylvi Mauermeister / Robert Aust / Justus Henke: Paralleluniversen des Wissenschaftsmanagements: Ein Vergleich zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen (HoF-Arbeitsbericht 119), Institut für Hochschulforschung (HoF) an der Martin-Luther-Universität, Halle-Wittenberg 2022, 114 S. ISSN 1436-3550. ISBN 978-3-937573-85-4.