Qualifizierung des Hochschuleingangs

Die aktuellen Reformbestrebungen und neue Hochschulgesetze haben die Debatte um den Hochschulzugang und die Auswahl von Studienanfänger/innen erneut zu einem zentralen Thema werden las­sen. Der Unterschied zu früheren Diskursen besteht darin, dass erstmals hochschulrechtliche Rahmenbedingungen geschaffen wurden, die die Durchführung hochschuleigener Auswahlverfahren erfordern und/oder er­mög­lichen. In einer Studie werden erste Mo­delle hochschuleigener Auswahlverfahren dokumentiert und exemplarisch analysiert. Fußend auf einem ge­schicht­lichen Rückblick, der etwa die letzten drei Jahr­zehnte umfasst, werden vor allem nationale Versuche und Erfahrungen diskutiert, um Voraussetzungen für ein Studium zu definieren bzw. zu erfassen. Im Ergebnis wird ein Modell für hochschuleigene Auswahlverfahren entwickelt, das vor allem auf die Erhöhung der Passfähigkeit zielt – im Sinne einer verbesserten Übereinstimmung der Kompetenzen der Studienfänger/innen mit spezifischen Anforderungen der Hochschule. Dieser Ansatz grenzt sich deutlich von anderen Überlegungen ab, die durch eine Modifizierung des Hochschulzugangs versuchen, die Zahl der Studienanfänger zu reduzieren. Aufgezeigt werden Ansätze, um Studieninteressierten Unterstützung für eine kompetente Studienentscheidung zu geben, damit die Wahrscheinlichkeit des Studienerfolgs zu erhöhen, die Qualität von Lehre und Studium zu stärken sowie die Hochschulen in ihrem Streben nach Profilierung zu unterstützen.

Zentrale Publikationen

Dirk Lewin / Irene Lischka (2004): Passfähigkeit beim Hochschulzugang als Voraussetzung für Qualität und Effizienz von Hochschulbildung (HoF-Arbeitsbericht 6/2004), Institut für Hochschulforschung (HoF), Halle-Wittenberg, 106 S. mehr...