Stabilisierungsfaktoren und Innovationsagenturen. Die ostdeutschen Hochschulen und die zweite Phase des Aufbau Ost

Ging es in der ersten Hälfte der 90er Jahre um die Gleichzeitigkeit von Abbau und Neuaufbau, so ist seither die Dreifachherausforderung von Strukturkonsolidierung, Sparauflagenbewältigung und Hochschulreform im gesamtdeutschen Kontext zu bewältigen. Die Untersuchung resümiert, wie es die ostdeutschen Hochschulen vermocht haben, ihre Strukturen zu konsolidieren, und wie sie sich in den allgemeinen Hochschulreformentwicklungen platzierten und platzieren. Dazu wird ein zusammenfassender Überblick über die ostdeutsche Hochschullandschaft und ihre zentralen Rahmenbedingungen geliefert. Es geht darum, welches Entwicklungsniveau im Vergleich zur Ausgangslage und zu den westdeutschen Bundesländern erreicht wurde und mit welchen Veränderungen auf die demografischen, bildungswettbewerblichen und budgetären Herausforderungen reagiert wird. In weiteren Einzelstudien werden die demografischen Entwicklungen als wesentliche Determinante der Hochschul(kapazitäts)entwicklung, die quantitativen und qualitativen Entwicklungen der Studierendenschaft, die Außenwahrnehmung der ostdeutschen Hochschulen, die Stärken und Schwächen der ostdeutschen Forschungslandschaft sowie der Sonderfall Berlin analysiert. Im Anschluss daran geht es um Zukunftsfragen: Welche Beiträge leisten die ostdeutschen Hochschulen bzw. werden sie zu leisten haben, um zur Entwicklung von Regionen beizutragen, die durch demografischen Wandel, negative Wanderungsbilanz, klein- und mittelbetrieblich dominierte Wirtschaftsstrukturen, Produktivitätsrückstände bei gleichzeitiger Entwicklung einiger Leistungsinseln – mithin durch fragmentierte Entwicklung bei Überwiegen der Problemregionen – gekennzeichnet sind? Entwickelt werden Handlungsoptionen für drei zentrale Zukunftsherausforderungen: Studienkapazitätsauslastung an den ostdeutschen Hochschulen, Nachwuchsentwicklung und -sicherung sowie die Rolle der Hochschulen für die Etablierung regionaler Innovationssysteme.

Inhalt:

  1. Peer Pasternack /Reinhard Kreckel: Die Ost-Hochschulen: Teil des Problems oder der Problemlösung? Fragestellungen und Ausgangspunkte.
  2. Dirk Lewin / Peer Pasternack: Die Struktur der ostdeutschen Hochschullandschaft. Entwicklungen des zurückliegenden Jahrzehnts und aktueller Stand.
  3. Anja Franz / Anke Burkhardt: Gesetzliche Grundlagen. Die Hochschulgesetze der ostdeutschen Länder im Vergleich.
  4. Klaudia Erhardt: Die Hochschulfinanzierung in den östlichen Bundesländern: Entwicklung und Status.
  5. Karsten König / Gunter Quaißer / Peggy Trautwein (Mitarb.): Hochschulsteuerung und Entwicklungsplanung.
  6. Henning Schulze / Anke Burkhardt (Mitarb.) / Peer Pasternack (Mitarb.): Wissenschaftliches Personal und wissenschaftlicher Nachwuchs im Ost-West-Vergleich.
  7. Irene Lischka: Demografische Entwicklungen.
  8. Dirk Lewin / Peer Pasternack: Studium und Studierende: Analyse und Prognose.
  9. Peer Pasternack / Michael Hölscher: Leistungsdaten und Reputation. Eine ostspezifische Auswertung der einschlägigen Hochschulrankings.
  10. Peer Pasternack: Forschungslandschaft Ostdeutschland. Struktur, Kapazitäten und Profile.
  11. Peer Pasternack: Der Sonderfall Berlin. Hochschulen und Forschung in der Bundeshauptstadt.
  12. Peer Pasternack: Zusammenfassung und Schlussfolgerungen. Die ostdeutschen Hochschulen als Elemente einer Problemlösungskonstellation Ost

Zitation

Peer Pasternack (Hrsg.) (2007): Stabilisierungsfaktoren und Innovationsagenturen. Die ostdeutschen Hochschulen und die zweite Phase des Aufbau Ost, Akademische Verlagsanstalt, Leipzig, 471 S.