Wirtschaftskulturen in der erweiterten EU. Die Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger im europäischen Vergleich

Vor dem Hintergrund der EU-Erweiterung 2004 analysiert die Studie wirtschaftskulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede im europäischen Vergleich. Es wird der Frage nachgegangen, ob und in welchem Maße die neuen Mitgliedsländer und die Beitrittskandidaten der EU im Bereich der Wirtschaft kulturell zu den Kernmitgliedern passen. Die Frage der kulturellen Passung setzt die Definition eines normativen Bezugspunktes voraus. Dazu wird im ersten Schritt das kulturelle Selbstverständnis aus dem Primär- und Sekundärrecht rekonstruiert. Es wird inhaltlich bestimmt, welche Vorstellungen die EU im Hinblick auf die Ökonomie entwickelt hat. Dieses Skript der EU wird im zweiten Schritt anhand international erhobener, repräsentativer Bevölkerungsumfragen operationalisiert. Als Datengrundlage dient die European Values Study von 1999/2000, an der 33460 Personen aus 28 Ländern teilnahmen. Dies ermöglicht den Vergleich der Vorstellungen der EU zur Gestaltung der ökonomischen Sphäre mit den Werten und Einstellungen zur Wirtschaftsordnung in den Mitgliedsländern, den Beitrittskandidaten und der Türkei. Die Untersuchung geht somit der Frage nach, wie stark die von der EU präferierte Wirtschaftsordnung von den BürgerInnen der Mitgliedsländer und der Beitrittskandidaten unterstützt wird und ob es signifikante Unterschiede zwischen den Ländern gibt. Ihr Hauptaugenmerk liegt dabei auf einer sinnvollen Klassifikation der Länder anhand ihrer Wirtschaftskulturen. Im dritten Schritt werden abschließend die gefundenen Übereinstimmungen der Länder mit den EU-Positionen bzw. auftretende Unterschiede erklärt. (ICG2)
Untersuchungszeitraum: 1999-2000

Zitation

Michael Hölscher (2006): Wirtschaftskulturen in der erweiterten EU. Die Einstellungen
der Bürgerinnen und Bürger im europäischen Vergleich, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 285 S.