Entwicklungen im deutschen Studiensystem. Analysen zu Studienangebot, Studienplatzvergabe, Studienwerbung und Studienkapazität

Die Organisations-und Steuerungsreformen der letzten Jahre in Verbindung mit dem demografisch bedingten Rückgang der Abiturientenzahlen lassen eine zunehmende ‚Verwettbewerblichung’im Hochschulwesen erwarten. Aufgrund dieser Reformen verfügen die Hochschulen über mehr Einfluss auf ihre eigene Entwicklung und strategische Ausrichtung.

Mit der sogenannten Organisationswerdung der Hochschulen und der demografischen Entwicklung wird die Wettbewerbslogik auch auf dem Gebiet von Studium und Lehre an Gewicht gewinnen. Forciert wird diese Entwicklung durch die Bologna-Studienreform. Hinweise dafür, dass sich das Studiensystem mittel-und langfristig stärker wettbewerblich ausrichten wird, sind: Veränderungen des Studienangebots, Veränderungen in den Vergabe-, Zulassungs-und Auswahlverfahren sowie die Einführung bzw. Verstärkung von Studienwerbung.

Dementsprechend besteht das Forschungsprojekt aus vier empirischen Teilstudien: erstens wurde das Studienangebot vor und nach der Bologna-Reform (Wintersemester 2000/2001 und Wintersemester 2011/2012) an 20 ausgewählten Hochschulen in vier Bundesländern verglichen. Zweitens wurden dieZulassungsbeschränkungen und Vergabekriterien für diese Studiengängeerhoben. Drittens wurden die Organisationseinheiten für Marketing-und Studienwerbung an allen staatlichen Hochschulen erfasst sowie viertens eine Zusammenschau und Erörterung der Konzepte der Studienplatzvergabe und Kapazitätsermittlung in den Bundesländern vorgenommen.

Zitation

Martin Winter / Annika Rathmann / Doreen Trümpler / Teresa Falkenhagen (2012): Entwicklungen im deutschen Studiensystem. Analysen zu Studienangebot, Studienplatzvergabe, Studienwerbung und Studienkapazität (HoF-Arbeitsbericht 7/2012), Institut für Hochschulforschung (HoF), Halle-Wittenberg,177 S., ISBN 978-3-937573-31-1