Saarland

Stellungnahme und Empfehlungen der

Sachverständigenkommission zur weiteren Entwicklung der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes

 

 

Quelle:

http://www.bildungsserver.saarland.de/aktuell/htw_gutachten.pdf

Datum:

März 2002

Laufzeit:

k.A.

Autoren:

Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft des

Saarlandes

Auftraggeber:

Regierung

Verbindlichkeit:

Empfehlungen

Inhalt

 

Struktur

Teil A: Ausgangssituation

Teil B: Stellungnahmen und Empfehlungen

Aussagen zu....

 

Fächerstruktur und Profil der Hochschulen

Die Kommission empfiehlt, die bisherigen Diplom-studiengänge innerhalb der nächsten Jahre sukzessiv auf die internationalen Abschlüsse umzustellen. Dabei sollten die auf eine dreijährige Studiendauer ausgelegten Bachelor-Angebote den Vorrang erhalten.

Für die Akzeptanz der neuen Studiengänge in der Wirtschaft ist es unerlässlich, Bachelor-Angebote als berufsqualifizierende Studienprogramme mit eigenständigem Profil zu konzipieren.

Unverzichtbare Voraussetzung für die Etablierung neuer Studiengänge und für die Überführung der bestehenden in solche mit gestuften Abschlüssen ist die Umstellung

des gesamten Studienangebots auf Module, die anders als bisher üblich und soweit fachlich möglich, von Studierenden mehrerer Studiengänge gemeinsam studiert werden können. Die Kommission empfiehlt der HTW deshalb, möglichst schnell eine flächendeckende und fächerübergreifende ECTS-basierte Modularisierung. Bei

entsprechender Gestaltung der Prüfungs- und Studienordnungen vergrößert dies auch die Wahlmöglich-keiten für die Studierenden und erleichtert einen ökonomischen Lehrbetrieb auch bei schwächer besetzten Studiengängen.

Die Kommission spricht sich gegen Pläne aus, neben den weiter bestehenden Diplom- Studiengängen parallel Bachelor-Angebote und Master-Studiengänge einzuführen. Sie empfiehlt der Hochschule, in einer Gesamtstrategie für die technischen Fachbereiche das Studienangebot schrittweise auf Bachelor-Abschlüsse umzustellen und die Diplom-Studiengänge auslaufen zu lassen.

Anzahl der Studienplätze

Bei der Zahl der FH-Studienplätze je 1.000 Einwohner liegt das Saarland erheblich unter dem Bundesdurchschnitt. Diese niedrigen Anteile stehen im Gegensatz zu den hochschulpolitischen Zielen des Landes.

Mit rund 2.150 flächenbezogenen Studienplätzen kommen im Saarland rund 200 FHPlätze auf 100.000 Einwohner, bundesweit sind dies 284. Der Vergleich mit den Nachbar-ländern Rheinland-Pfalz (316), Baden-Württemberg (316) und Nordrhein- Westfalen (326) lässt den unterdurch-schnittlichen Ausbaustand des Fachhochschulsektors im Saarland besonders deutlich werden.

Wenngleich die HTW ihre Studienanfängerzahlen in den letzten Jahren durch die Einrichtung neuer Studienange-bote wieder etwas steigern konnte, bleiben die Jahrgangs-stärken in einer Reihe der technischen Studiengänge unbefriedigend.

Einführung von Bachelor/Master bzw. gestuften Studiengänen und Modularisierung

Die Studiengänge sollten auf die Bachelor-/Masterstruktur umgestellt, und die Veranstaltungen sollten zu Modulen zusammengefasst werden.

Die Kommission unterstützt die Bemühungen zur Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen. Sie rät der HTW, alle neuen Studienangebote auf der Basis der gestuften internationalen Abschlüsse einzurichten. Die Reformanstrengungen sollten sich nicht primär auf

ressourcenintensive Masterangebote konzentrieren, da sich auf diese Weise lediglich in bescheidenem Umfang neue Studieninteressenten finden lassen.

Für die Akzeptanz der neuen Studiengänge in der Wirtschaft ist es unerlässlich, Bachelor-Angebote als berufsqualifizierende Studienprogramme mit eigenstän-digem Profil zu konzipieren.

Angestrebt ist es, das Fächerangebot zu erweitern und den Aufbau und die Organisation der Studiengänge zu reformieren mit dem Ziel einer flächendeckenden Modularisierung der Studienangebote, der Einführung des ECTS und einer Internationalisierung der Abschlüsse (Bachelor/Master).

Grundlage für den Ausbau der Internationalisierung soll die

Einführung eines Credit Point Systems im Zusammenhang mit der Modularisierung der Studienprogramme sein.

Aufgabenverteilung zw. Uni und FH

k.A.

Lehre, Lehrqualität

Die Kommission hält es für dringend geboten, dass in der Hochschule jährlich ein Katalog von Leistungskennziffern erhoben wird, der unter Berücksichtigung entsprechender Werte vergleichbarer Hochschulen analysiert werden sollte

(Kennzahlenvergleich). Hierzu gehören die Absolventen-zahlen, die Fachstudiendauer der Studierenden, aber z.B. auch Anfänger- und Schwundquoten, die durchaus

Indikator für Defizite in der Lehre sein können.

Die Kommission empfiehlt der HTW die Durchführung einer sozialwissenschaftlichen Untersuchung, die systematisch vor allem den hohen Schwundquoten nachgeht. Gerade vor dem Hintergrund, dass der größte Anteil von Studienanfängern an der HTW über eine fachgebundene Hochschulreife verfügt, gilt es, dann gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um die Lehre so zu gestalten (oder ggf. in einzelnen Disziplinen Brückenkurse anzubieten), dass das Prüfungsniveau von einem

höheren Anteil der Studierenden erreicht werden kann.

Akkreditierungsverfahren sollten nach Ansicht der Kommission bei neuen Studiengängen und insbesondere bei Master-Angeboten vorzugsweise vor der jeweiligen

Einführung durchgeführt werden.

Für die Wahrnehmung dieser Aufgaben der internen Berichtspflege, für Controllingzwecke und zur Vorbereitung von Evaluationsverfahren (Selbstberichte) empfiehlt die Kommission, eine Stelle aus der Verwaltung umzuwidmen und dem Rektorat zuzuordnen. Die Kommission empfiehlt dem Land, der HTW entsprechende Mittel unter der Auflage zur Verfügung zu stellen, in den nächsten drei Jahren alle Studiengänge evaluieren zu lassen.

Forschung, Forschungsqualität

Die HTW soll durch die Ausweitung der Forschungs- kooperation mit der regionalen Wirtschaft und die Intensivierung des Wissenstransfers noch stärker zu einem Innovationsmotor für den wirtschaftsstrukturellen Wandel des Saarlandes werden.

Bei der angewandten Forschung und beim Wissenstrans-fer kann die Hochschule auf einige in der regionalen Wirtschaft anerkannte Schwerpunkte verweisen.

Hier gilt es, die forschungsförderliche Politik fortzusetzen und dabei gezielt besondere Anstrengungen und von der Wirtschaft anerkannte Leistungen zu unterstützen. Im Sinne einer Anreizwirkung sollte eine aktive Information nach innen wie nach außen erfolgen, die auch für Transparenz der Unterstützungsleistungen und der Finanzierungsmodalitäten sorgt.

Das Land unterstützt die angewandte Forschung und Entwicklung an der HTW zur Gewinnung und Fundierung wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie zur Weiterent- wicklung von Studium und Lehre. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, insbesondere Kooperationen mit Dritten, sollen von der Hochschule im Rahmen von

Schwerpunktsetzungen koordiniert werden.

Verteilung staatlicher Mittel (Leistungsorientierte Mittelverteilung)

Das Land hat den Hochschulen die Einführung eines Globalhaushalts in Aussicht gestellt unter der Voraus-setzung, dass die dafür notwendigen organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Steuerungselemente zur Verfügung stehen. Dazu gehören vor allem der Übergang zum kaufmännischen Rechnungswesen, die Anwendung der vom Arbeitskreis der Hochschulkanzler definierten und von der KMK übernommenen Mindeststandards für den Kontenrahmen kaufmännisch buchender Hochschulen sowie ein Verfahren für eine leistungsorientierte Mittel-verteilung (Zielvereinbarungen).

Organisation / Management / Leitung der Hochschulen

Um künftig besser auf die vielfältigen Anforderungen reagieren zu können, strebt die HTW den Ausbau ihrer Autonomie und in diesem Zusammenhang die Einführung von Zielvereinbarungen, Globalhaushalt und Budgetierung an.

Um die Autonomie der HTW und ihre Verantwortung für den Ressourceneinsatz zu stärken, empfiehlt die Kommission dem Land der HTW einen Globalhaushalt zu geben.

Für die Weiterentwicklung und Erweiterung des Studien-angebots wird eine neue Organisationsstruktur der Hochschule vorgeschlagen, die durch größere Fachbe-reiche, Institute als fachbereichsinterne Organisationsein-heiten und eine Straffung der zentralen Verwaltung zu-gunsten der Fachbereiche und Institute gekennzeichnet ist.

Gleichstellung / Chancengleichheit

k.A.

Sonstiges

k.A.


Stand: Februar 2005 * Aktualisiert: 19.05.2005
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