Förderung in Schwerpunkten

Exzellenznetzwerke

Aufklärung – Religion – Wissen

Im Netzwerk “Aufklärung-Religion-Wissen” forschen zwei wissenschaftliche Zentren der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gemeinsam: das Interdisziplinäre Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA) und das Interdisziplinäre Zentrum für Pietismusforschung (IZP). Das Netzwerk steht in Kontakt mit ausländischen Universitäten und außeruniversitären wissenschaftlichen Einrichtungen. In sechs Forschungsbereichen und im Graduiertenkolleg arbeiten Nachwuchswissenschaftler und Professoren der Universität zusammen.

Der Forschungsschwerpunkt des Netzwerks “Aufklärung-Religion-Wissen” liegt im 18. Jahrhundert, einer Epoche der Modernisierung von Moral, Recht und Politik. Aufklärung und Religion verbanden sich in jener Zeit, um die alten hierarchischen Strukturen im Verhältnis zwischen Staat und Kirche zu überwinden und neue Vorstellungen von Rationalität und Religiosität zu entwickeln, die bis in die Moderne hineinwirken.

Die Wissenschaftler dieses Netzwerkes transportieren Fragestellungen aus dem 18. Jahrhundert in die heutige Zeit und stellen sie erneut zur Diskussion. Ihre Erkenntnisse tragen zur Antwort auf eine heute drängende Frage bei: Inwiefern können auch heute Aufklärung, Religion und Wissen einander in rationalen Formen ergänzen statt in irrationalen Formen miteinander in Konflikt zu geraten?

Center for Behavioral Brain Sciences

Das “Center for Behavioral Brain Sciences” (CBBS) in Magdeburg ist eine Organisationsstruktur, die in einer fakultätsübergreifenden Kooperation der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg mit dem Leibniz-Institut für Neurobiologie forschungsintensive Gruppen der experimentellen und klinischen Neurowissenschaften und angrenzender Gebiete zusammenfasst.

Das CBBS organisiert die interdisziplinäre Forschung, die Ausbildung von Nachwuchs, die Erschließung von Drittmittelquellen und den Forschungstransfer.
Eine Stärke des CBBS ist die Erforschung der Hirnmechanismen von normalem und gestörtem Verhalten durch konvergierende Ansätze im Tierexperiment und durch Imaging-Verfahren am Menschen. Die Erkenntnisse sind nutzbar in Biomedizin, Psychologie, Technik, Informationswissenschaften sowie Sozial- und Geisteswissenschaften.

Mit dem Zentrum wurde eine rechtsverbindliche Struktur geschaffen, die alle relevanten Forschungsbereiche mit ihren methodischen und Technologie-Plattformen integriert und insbesondere die Weiterentwicklung und die Berufungspolitik koordiniert. Das Netzwerk umfasst bereits mehr als 20 Einrichtungen und drittmittelfinanzierte Verbundprojekte.

Exzellenzcluster Nanostrukturierte Materialien

Nanostrukturierte Materialien” – das ist ein Forschungsnetzwerk der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Es wird wesentlich von der außeruniversitären Forschungslandschaft in Halle geprägt, in der das Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik sowie das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik eine bedeutende Rolle spielen. Das Netzwerk betreibt Grundlagenforschung und befasst sich mit der Präparation, der Charakterisierung und der Modellierung von nanostrukturierten Materialien.

Diese Schwerpunktthemen gehen weit über den Kompetenzbereich einzelner naturwissenschaftlicher Fächer (Physik, Chemie, Biologie) hinaus. Das Forschungsnetzwerk schafft eine fachübergreifende Plattform für die Materialforschung. Aus dieser Kombination ergeben sich synergetische Wechselwirkungen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Das Ziel des Netzwerks ist es, bestehende Aktivitäten in diesem interdisziplinären Bereich zu fokussieren, zu integrieren und auszubauen.

Exzellenznetzwerk Biowissenschaften - Strukturen und Mechanismen der biologischen Informationsverarbeitung

Das biowissenschaftliche Netzwerk “Strukturen und Mechanismen der biologischen Informationsverarbeitung” entstand 2005 unter der Beteiligung ausgewählter außeruniversitärer Forschungseinrichtungen an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Der Aufbau dieses biowissenschaftlich orientierten Forschungsschwerpunktes wurde durch die Exzellenz-Offensive des Landes Sachsen-Anhalt ausgelöst. In seiner Gesamtheit verstärkt das Netzwerk am Standort Halle die Forschung auf biowissenschaftlichen Schwerpunktgebieten wie Proteinforschung und Pflanzenbiochemie. Zielstellungen sind u. a. ein besseres Verständnis von Krankheitsursachen und der Ergebnistransfer in die Bereiche Medizin/Pharmazie, Biotechnologie, Pflanzenzucht und Umweltschutz.

Eine wesentliche Komponente ist die Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses, um die zukunfts- und anwendungsorientierte Entwicklung der Bioregion Halle weiter zu forcieren. Gestärkt wird das biowissenschaftliche Netzwerk insbesondere durch das “Mitteldeutsche Zentrum für Struktur und Dynamik von Proteinen”, durch ein DFG-Schwerpunktprogramm sowie zwei DFG-Graduiertenkollegs. Die enge Kooperation von Forschergruppen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit außeruniversitären wissenschaftlichen Einrichtungen soll zu neuen Formen der Nachwuchsqualifizierung und -förderung führen.

Forschungszentrum Dynamische Systeme - Biosystemtechnik

Das Forschungszentrum “Dynamische Systeme – Biosystemtechnik” (CDS) an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg betrachtet zelluläre biologische Systeme und komplexe technische Prozesse unter einem gemeinsamen Blickwinkel. Im Fokus der Forschung stehen Fragen der mathematischen Modellierung und Simulation, der Systemanalyse, Optimierung, Regelung und Prozessgestaltung. In der Biologie sind komplexe Systeme in vielfältigen Formen anzutreffen, zum Beispiel in einer bakteriellen Zelle, noch mehr in tierischen und menschlichen Zellen. Analyse und Gestaltung komplexer technischer und biologischer Systeme und Prozesse stellen völlig neue, aber auch sehr ähnliche Anforderungen an die mathematische Systemtheorie.

Die Zusammenführung von Biologie/Medizin und Prozesstechnik ermöglicht es, von der Natur zu lernen und Synergien zu nutzen, die entscheidend zur Lösung medizinischer, biotechnologischer und technischer Probleme beitragen. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist das Internet. Es hat die traditionellen Lebensgewohnheiten nachhaltig verändert. Auch hoch automatisierte industrielle Produktions-, Fertigungs- und Verkehrsprozesse sind typische Beispiele einer komplexen Technik.

Graduiertenschule Gesellschaft und Kultur in Bewegung

Die Graduiertenschule “Gesellschaft und Kultur in Bewegung” (SCM) in Halle ist der institutionelle Kern des Netzwerks “Gesellschaft und Kultur in Bewegung”. Seine Kooperationspartner vor Ort sind das Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung und das Orientwissenschaftliche Zentrum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Die Graduiertenschule ist der Ausgangspunkt für gemeinsame geistes- und sozialwissenschaftliche Forschungsthematiken. Sie fügt die jeweiligen wissenschaftlichen Einzelprojekte in das globale Spannungsfeld ein.

Die Arbeit erfolgt auf zwei Ebenen: Durch die Sektionen werden interdisziplinäre Lehr- und Diskussionsangebote gemacht, die eine fächerübergreifende Kompetenz der Teilnehmer ermöglichen. In vertiefenden Workshops wird der aktuelle Forschungsstand ausgewählter Themenfelder vermittelt. Zusätzlich werden Seminare zum Training akademischer Schlüsselqualifikationen angeboten.

Anwendungsplattformen

Automotive

Der Forschungsschwerpunkt “Automotive” wurde von den technischen Fakultäten der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg unter Führung der Fakultät Maschinenbau ins Leben gerufen. Mit dieser Forschungsinitiative werden zwei sich ergänzende Ziele verfolgt.

Erstens sollen durch die Kooperation hochkarätiger Wissenschaftler und Forschungsgruppen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der beteiligten außeruniversitären Forschungseinrichtungen die Grundlagen für Forschungsverbünde im Bereich Automotive gelegt werden. Damit werden die Grundlagenforschungsstrukturen in diesem Bereich gestärkt.

Zweitens sollen die durch den gemeinsamen Forschungsschwerpunkt gebildeten Projekt- und Transferstrukturen genutzt werden, um Industriepartner für dieses abgerundete und abgestimmte Leistungsangebot zu interessieren. Angesprochen werden soll einerseits die regionale Zulieferindustrie, deren Ausgangsposition in einem globalen Wettbewerb durch den Forschungsschwerpunkt nachhaltig verbessert wird. Andererseits ist die Forschungsinitiative auch auf überregionale und internationale Kooperationen mit führenden Automobilherstellern, Zulieferern und Forschungseinrichtungen ausgerichtet.

Die Grundlage des Forschungsschwerpunkts bildet eine große Zahl erfolgreicher Einzelprojekte und Verbundvorhaben im Bereich Automotive an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg mit namhaften öffentlichen Fördereinrichtungen und industriellen Auftraggebern.

Kompetenznetzwerk für Angewandte und Transferorientierte Forschung

Das “Kompetenznetzwerk für Angewandte und Transferorientierte Forschung” (KAT) gibt Hochschulen wie auch Unternehmen aktive Hilfestellung, wenn es um Forschung und Entwicklung geht. Denn kleine und mittlere Unternehmen haben oftmals nicht genügend Ressourcen dafür und können durch die Zusammenarbeit mit Wissenschaftseinrichtungen ihre Innovationsrate entscheidend verbessern.

Die Hochschulen Anhalt, Harz, Magdeburg-Stendal, Merseburg und weitere Netzwerkpartner bieten der regionalen Wirtschaft ihr Know-how zur Nutzung an. Im Rahmen des Wissens- und Technologietransfers bietet das Netzwerk den Unternehmen Unterstützung bei ihrer Produkt- und Verfahrensentwicklung. Das passiert durch persönlichen Expertenrat, durch Zusammenarbeit bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten, durch Bereitstellen von Ressourcen, Laboren, Expertenwissen (Patente, Gebrauchsmuster etc.) oder Equipment.

Auch durch Vermittlung von Hochschulabsolventen, Praktikanten und Diplomanden kann den kleinen und mittelständischen Unternehmen sehr geholfen werden. Das KAT vermittelt außerdem eine bedarfsgerechte Qualifizierung und Weiterbildung für die Unternehmen und sorgt auf Fachtagungen (Workshops, Kolloquien) für die Vermittlung von Spezialwissen, wie zum Beispiel in der KAT-Technologiereihe.

Dokumente

Grundsätze der Förderung von Forschungsschwerpunkten/Kompetenzzentren in Sachsen-Anhalt (Stand: 12.02.2007)
Grundsaetze_Schwerpunkte_050407.pdf

Aufgaben und Funktion der wissenschaftlichen Beiräte der Forschungsschwerpunkte/ Forschungszentren an Hochschulen des Landes Sachsen-Anhalts (Stand 12.07.2007)
Aufgaben_und_Funktion_WissBeiraete-SW.pdf

Zur Aufgabe und Arbeitsweise des KAT-Beirates (Dez. 2007)
20071201_Grundsaetze_KAT_Beirat.pdf

Vorgaben zur KAT-Berichterstattung zu FuE-Projekten mit KMU und zur Nutzung von Instrumenten des WTT (29.05.2007)
070529_Berichterstattung_KAT.pdf

Thesenpapier Exzellenzoffensive in Sachsen-Anhalt (Stand November 2004)
Exz_Off.pdf

Rahmenvertrag Forschung und Innovation zwischen der Landesregierung und den Hochschulen des Landes Sachsen-Anhalt 2011-2015 (Stand 21.12.2010) – Fortführung der Exzellenzoffensive Sachsen-Anhalt
101221-Rahmenvertrag_2011.pdf

Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis – Empfehlungen der DFG-Kommission “Selbstkontrolle in der Wissenschaft” (1998)
Empfehlung_Wiss_Praxis.pdf

Kontakt

Ansprechpartner im Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft Sachsen-Anhalt

Abteilung 5 Referat 51 – Wissenschaftspolitik, Hochschulplanung, Wissenschafts- und Hochschulgremien

Abteilung 2 Referat 21 – Forschung und Technologietransfer, außeruniversitäre Einrichtungen
Thomas Reitmann