Neuere Entwicklungen und Perspektiven des Bologna-Prozesses

Der vorliegende Bericht fasst die Hintergründe und die Entstehungsgeschichte des sog. Bologna-Prozesses – hin
zu einem Europäischen Hochschulraum – aus bildungspolitischer Sicht und in sowohl deutscher wie europäischer Perspektive zusammen. Der seit der Unterzeichnung der Bologna-Erklärung am 19. Juni 1999 angestrebte gemeinsame Europäische Hochschulraum, der bis zum Jahre 2010 verwirklicht werden soll, ist die flexible und unbürokratische Antwort Europas auf die zunehmend erkannten Herausforderungen auch des Bildungswesens durch Globalisierung, weltweite Vernetzung und das allmähliche Entstehen eines Weltbildungsmarktes. Europäische Bildungsminister verständigen sich – freiwillig und ohne Abgabe ihrer Kompetenz an supranationale Institutionen – auf gemeinsame Prinzipien und eine gewisse Konvergenz ihrer Hochschulsysteme. Neue, für die junge Generation attraktive Zielsetzungen bringen neuen Schwung in manchmal verkrustete Hochschulsysteme; EU- und Nicht-EU-Staaten arbeiten unter der Leitvision “Europäischer Hochschulraum” schon konstruktiv zusammen, auch wenn noch nicht alle Verträge geschlossen sind. In anderen Teilen der Welt wird diese Entwicklung bereits mit hoher Aufmerksamkeit registriert.
Der Autor – langjähriger Hochschulabteilungsleiter des Bundes und derzeit Vorsitzender der von 33 europäischen Bildungsministern eingesetzten Bologna-Vorbereitungsgruppe – erläutert vor diesem Hintergrund die nächsten Schritte in einem Prozess, der die europäische bildungspolitische Zusammenarbeit verändert und bereits jetzt positiv beeinflusst.

Zitation

Hans Rainer Friedrich (2002): Neuere Entwicklungen und Perspektiven des Bologna-Prozesses (HoF-Arbeitsbericht 4/2002), Institut für Hochschulforschung (HoF), Halle-Wittenberg, 22 S., ISBN 3-9806701-6-3