Kooperation wagen – 10 Jahre Hochschulesteuerung durch vertragsförmige Vereinbarungen

Erstmals seit der Einführung von Zielvereinbarungen und Hochschulverträgen Ende der 90er Jahre werden in dieser von der Hans-Böckler-Stiftung unterstützten Studie die Steuerungsverfahren in zehn Bundesländern ausführlich verglichen. Gegenstand der Untersuchung sind vertragsförmige Vereinbarungen zwischen staatlichen Wissenschaftsverwaltungen und den Hochschulen der Bundesländer. Sowohl die Inhalte der Dokumente als auch die Verhandlungsprozesse werden analysiert. Im Ergebnis lassen sich bestehende Probleme und erste Lösungsansätze aufzeigen: Sowohl die Art der Verhand-lungen als auch die verhandelten Themen deuten darauf hin, dass die Chancen einer kooperativen staatlichen Steuerung bisher nur in Einzelfällen tatsächlich zur Geltung kommen. Dabei wird auch deutlich, dass die Beteiligung von Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten und Personalvertretungen bisher nicht konzeptionell verankert wurde. Problematisch erweist sich vor allem die Frage, wie die neuen Steuerungsinstrumente die Angehörigen einer Hochschule motivieren können. Hier wird vorgeschlagen, die Bedeutung von Sanktionen zu überprüfen und zugleich mehr Augenmerk auf intelligent abgestufte und verflochtene Beteiligung und Mitbestimmung der Akteure an den Hochschulen zu setzen.

Zitation

Karsten König (2007): Kooperation wagen - 10 Jahre Hochschulsteuerung durch vertragsförmige Vereinbarungen (HoF-Arbeitsbericht 1/2007), Institut für Hochschulforschung (HoF), Halle-Wittenberg, 116 S.