„Dieser Hörsaal ist besetzt“. Protestformen in der Sicht von Studierenden der neuen und traditionellen Studiengänge. Ergebnisse einer quantitativ-empirischen Analyse

„Dieser Hörsaal ist besetzt“ ist in großformatigen Lettern auf einem Plakat über der Eingangstür zu lesen. Dies stellt jedoch nicht etwa einen Hinweis auf die aktuelle Raumauslastungssituation der Universität dar, sondern ist vielmehr als ein Indiz für eine Protestaktion der Studierenden zu deuten.

In dieser Untersuchung haben 7.590 Studierende deutscher Hochschulen in einem schriftlichen Fragebogen unter anderem Angaben zur Akzeptanz oder Ablehnung verschiedener Kritikformen erteilt. Während zur Protestbeteiligung und -bereitschaft der Studierenden im Zuge der Studentenbewegung der 1968er Jahre eine Fülle an Literatur vorliegt, wurden die Haltungen der heutigen Studierendengeneration gegenüber dem politischen Protest bislang überwiegend im Zuge politischer Partizipationsstudien und damit eher am Rande thematisiert. In den Vordergrund treten dabei vor allem die Untersuchungen der AG Hochschulforschung an der Universität Konstanz, die auf Grundlage des Studierendensurveys neben anderen Bereichen auch die studentische Protestbereitschaft in den Blick nehmen. Bislang erfolgte jedoch keine Analyse des Protestpotentials differenziert nach den jeweils angestrebten Studienabschlüssen. Diese Lücke versucht die vorliegende Arbeit zu schließen.

Zitation

Annika Rathmann: „Dieser Hörsaal ist besetzt“. Protestformen in der Sicht von Studierenden der neuen und traditionellen Studiengänge. Ergebnisse einer quantitativ-empirischen Analyse (Arbeitsbericht Institut für Soziologie 63), Institut für Soziologie der Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg 2012, 34 S.