die hochschule 1/2011: Hochschulföderalismus

Das neue Heft der Zeitschrift “die hochschule” bilanziert die Folgen der Föderalismusreform für den Hochschulbereich. Geschärft wird diese Bestandsaufnahme durch eine international vergleichende Perspektive, die exemplarisch die deutschen Entwicklungen mit den Föderalismusmodellen in Kanada und der Schweiz kontrastiert.

Vor der Föderalismusreform 2006 wurde überwiegend das Bild eines zwar föderal verfassten, aber weitgehend homogenen Hochschulwesens in Deutschland gezeichnet. Mit der Reform auferlegten sich die Länder einen Qualitätswettbewerb, der explizit auf föderale Differenzierung setzt. Die sozialwissenschaftliche Hochschulforschung hat sich lange zurückhaltend bezüglich föderalismusspezifischer Analysen verhalten. Vielfach wurde vereinfachend ein einheitliches ‚deutsches Hochschulsystem‘ als gegeben unterstellt. Diese Betrachtungsweise lässt sich so nicht mehr aufrecht erhalten. Es stellen sich jetzt neue Fragen: nach föderaler Verwettbewerblichung, nach Differenzierung mit sechzehn je eigenen Hochschulsystemen oder nach verstärkter Bezugnahme aufeinander mit dem Ergebnis dann doch wieder eintretender Homogenisierung. Diesen und ähnlichen Fragen widmet sich die aktuelle Ausgabe der „hochschule“. Beleuchtet wird dabei nicht allein der deutsche Hochschulföderalismus: Über die Darstellung des schweizerischen und kanadischen Bildungsföderalismus findet zudem eine international vergleichende Kontextualisierung der deutschen Entwicklungen statt.

Der Schwerpunkt umfasst die folgenden Beiträge:

  • Peer Pasternack: Sechzehn plus eins. Der deutsche Hochschulföderalismus
  • Margrit Seckelmann: Transparenzschaffung oder neue Intransparenzen? Eine Bilanz der Föderalismusreform (2006/09) im Bereich der Wissenschaftspolitik
  • Ursula Münch: Bildungsföderalismus im Hochschulbereich
  • Otto Hüther: New Managerialism? Gemeinsamkeiten und Differenzen der Leitungsmodelle in den Landeshochschulgesetzen
  • Peer Pasternack; Henning Schulze: Gestärkter Bund und selbstbewusste Kantone. Wissenschaftssystem und Föderalismus in der Schweiz
  • Gangolf Braband: Eine gesamtstaatliche Aufgabe? Hochschulpolitik in Kanada und Deutschland

Neben dem Themenschwerpunkt vereinen die Rubriken “Forum” und “Geschichte” folgende Beiträge:

  • Irmela Blüthmann; Felicitas Thiel; Christine Wolfgramm: Abbruchtendenzen in den Bachelorstudiengängen. Individuelle Schwierigkeiten oder mangelhafte Studienbedingungen?
  • Peter Neitzsch: Die Unterschiede bleiben. Ein internationaler Vergleich zur Konvergenz von Hochschulsystemen
  • Ulf Banscherus; Klemens Himpele; Sonja Staack: Die soziale Dimension: Der blinde Fleck im Bologna-Prozess
  • Anja Hlawatsch; Cornelia Raue: The Shift from Teaching to Learning. Eine überfällige Anpassung der Evaluationskonzepte des Hochschulcontrollings
  • Jürgen Angelow: Bildung in symbolträchtigen Räumen. Zur Bau- und Nutzungsgeschichte der Potsdamer Universitätsstandorte vor 1990

Zudem werden relevante Publikationen im Bereich Hochschul-, Bildungs- und Wissenschaftsforschungen rezensiert und die regelmäßige Fortsetzung der Bibliografie zur Wissenschafts- und Hochschulgeschichte Ostdeutschlands seit 1945 veröffentlicht.

Die Zeitschrift erscheint zweimal im Jahr; das Einzelheft kostet 17,50 Euro, das Abonnement 34,- Euro (für PrivatabonnentInnen 19,- Euro).

Bestellungen an:
Institut für Hochschulforschung (HoF)
Vertrieb “die hochschule”
Collegienstraße 62
06886 Wittenberg
E-Mail: institut@hof.uni-halle.de
Fax: 03491/466-255
Tel. 03491/466-254

Für inhaltliche Fragen

Prof. Dr. Peer Pasternack |peer.pasternack@hof.uni-halle.de | 03491 – 466 147

Zitation

Peer Pasternack (Hrsg.) (2011): Hochschulföderalismus (= die hochschule 1/2011), Institut für Hochschulforschung (HoF), Halle-Wittenberg 2011, 217 S., ISBN 978-3-937573-25-0, € 17,50