Helmut Brade: Ein Kommunikationsdesigner als Essayist

Helmut Brade (*1937 in Halle/Saale) ist nicht nur ein bedeutender Bühnenbildner, Plakatgestalter und Grafikdesigner, er war auch 1994 bis 2003 Professor für Kommunikationsdesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, zudem 1999 bis 2004 Präsident der Freien Akademie der Künste zu Leipzig. Daneben war und ist er Essayist, der zu Kunst und Künstlern, zum Kunststudium, zum Kommunikations- und Graphik-Design, zur Kunst des Plakatmachens, zur Theaterarbeit und gelegentlich zu Problemen von Stadt und Gesellschaft schreibt und geschrieben hat. So entstand ein umfangreiches Konvolut von verstreut erschienenen Texten und unveröffentlicht gebliebene Reden aus den Jahren zwischen 1965 und 2017. Unverkennbar verwurzelt in Halle, sind es die kosmopolitische Haltung Brades, dessen kritischer Blick auf die Gesellschaft und sein analytischer, aber einfühlender Blick auf die Künstler, die den Texten über das Konkrete der Aussagen hinaus Gewicht verleihen. Fesselnd es ist dabei zu verfolgen, wie diese Aussagen über die Wendezeit 1989/1990 hinweg ihre Konstanz bewahren. Aus den Texten wird eine Auswahl getroffen, die dann redigiert und mit Anmerkungen zur zeitgeschichtlichen Einordnung erschlossen werden. Eine zusammenfassende Würdigung der Texte durch den Herausgeber bildet die Summe dieser texterschließenden Arbeit. Schließlich verstand sich von selbst, dass auch die Gestaltung des Buches hohen Ansprüchen zu genügen hat, um dem Autor der Texte nicht zuletzt als Graphiker gerecht zu werden.