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Geschichte des Instituts

Das Hochschulwesen ist seit geraumer Zeit in Bewegung geraten. Mit der gesellschaftlichen Modernisierung haben neue Bedarfs- und Problemlagen zu einer Expansion und Funktionsdifferenzierung des Hochschulsektors geführt und verlangen von den Hochschulen konzeptionelle und strukturelle Reformen. Hierzu bedarf es wissenschaftlicher Instanzen, die Informationen und Daten sammeln, auswerten und aufbereiten, die in der Lage sind, begründete Prognosen zu stellen und Planungshilfen anzubieten. Gerade in Bezug auf die neuen Bundesländer ergaben sich für die Hochschulforschung interessante und wichtige Aufgaben. An diese Überlegungen knüpfte die Initiative zur Gründung des Instituts für Hochschulforschung Wittenberg (kurz: HoF) im Jahr 1996 an.

Zeitgleich mit Beginn der Umgestaltung des Hochschulbereichs in den neuen Bundesländern wurde 1991 in Berlin die „Projektgruppe Hochschulforschung“ unter der Leitung von Prof. C.-H. Wagemann von der TU Berlin gegründet. Das vom BMB+F bis 1996 geförderte Projekt zielte darauf ab, die Hochschulerneuerung in den neuen Ländern forschend zu begleiten, zu dokumentieren und unter dem Blickwinkel der unterschiedlichen Entwicklung des Hochschulbereichs in beiden Teilen Deutschlands kritisch zu reflektieren. Wesentliche Voraussetzung, um diese Aufgabe zu bewältigen, bildete dabei die Spezialbibliothek zu Fragen der Hochschulbildung in Mittel- und Osteuropa, die mit einem Bestand von fast 40.000 Bänden und ca. 200 Zeitschriften vom ehemaligen Zentralinstitut für Hochschulbildung der DDR übernommen wurde.

Nach Abschluss dieses Projektes gelang es 1996 dem Land Sachsen-Anhalt mit Unterstützung des BMB+F und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg das erste und einzige Institut für Hochschulforschung in den neuen Bundesländern zu gründen und in Wittenberg an einem Ort und in Räumen zu etablieren, aus denen schon vor fast 500 Jahren von Philipp Melanchthon und Martin Luther wesentliche Impulse zur Entwicklung der Hochschullandschaft im deutschsprachigen Raum ausgingen. Der Gründungsauftrag für das Institut erging an Herrn Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz. Anfang Juni 1996 wurde zur Unterstützung dieses Vorhabens der Verein „Institut für Hochschulforschung Wittenberg e.V.“ ins Leben gerufen. Die konzeptionellen, administrativen und organisatorischen Vorbereitungen mündeten in einen Beschluss des Akademischen Senats der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (vom 3. Juli 1996) zur Gründung des Instituts als An-Institut. Bereits zu Beginn des Jahres 1997 war die neue Einrichtung wissenschaftlich arbeitsfähig, nachdem sie eigene Arbeitsräume im „Fridericianum“, dem alten Wittenberger Universitätsgebäude, das heute die Universitätsstiftung Leucorea beherbergt, bezogen hatte. Am 8. Oktober 1997 wurde das Institut HoF Wittenberg im Rahmen eines akademischen Festaktes in Wittenberg offiziell eröffnet.

Herr Prof. Jan-Hendrik Olbertz übernahm mit der Eröffnung des Instituts die Leitung und führte das HoF erfolgreich über alle Hürden des Anfangs hinweg und etablierte damit eine sowohl für die gesamtdeutsche als auch die ostdeutsche Forschungslandschaft wichtige neue Einrichtung. Zum 1. Januar 2001 übergab er diese Funktion an Herrn Prof. Reinhard Kreckel, der die Leitung des Instituts bis zu Oktober 2010 inne hatte.

 

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letzte Aktualisierung: 10.11.2011 zurück home